Rückblick auf einen Moment der Reise

Teil 3 meiner Geschichte über den Weg von der Schweiz nach Dänemark – und bald weiter nach Schweden.

Bevor ich von den Hürden in der neuen Heimat erzählt habe, möchte ich nochmal einen Schritt zurückgehen – zu dem Moment, der alles leichter gemacht hat: die Reise selbst.

Nicht alles an dieser Reise war schwer. Manches war einfach nur schön – und genau diese kleinen Momente haben mir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Grob geplant, mit genug Puffer

Wir sind von der Schweiz zuerst nach Berlin gefahren, um Verwandte zu besuchen. Die Route stand fest, aber wir hatten bewusst nur grob geplant – mit genug Pufferzeit, um nicht in Stress zu geraten. Ein Ticket für die Fähre Puttgarden–Rødby hatten wir per App gebucht. Wir wussten nur: Zu einem bestimmten Zeitpunkt mussten wir dort sein. Alles lief erstaunlich reibungslos.

Ein Riesenschiff, und plötzlich nur noch Wasser

Dann standen wir vor diesem Schiff. Ein Riesenschiff – ich hatte so etwas noch nie gesehen. Fast einschüchternd, so gross und beeindruckend.

Während der Überfahrt mussten wir aus dem Auto aussteigen. An Bord gab es ein Duty-free, Essmöglichkeiten – und um uns herum: nur Wasser, so weit das Auge reicht. Es war aufregend, dieses Gefühl, für eine Weile zwischen zwei Ländern zu schweben, nirgendwo richtig zu sein und trotzdem unterwegs.

Auf dem Wasser, zwischen zwei Ländern, wurde mir noch klarer, was ich für mich schon lange gespürt hatte: Erst wenn ich bereit bin, etwas Altes loszulassen, kann sich für mich wirklich etwas Neues öffnen. Das ist für mich kein Gesetz, das für alle gelten muss – aber eine Erfahrung, die sich für mich immer wieder bestätigt hat. Nur durch das Verlassen der Komfortzone kommt man im Leben wirklich weiter.

Genau dieses Gefühl habe ich vor der Reise in meinem Bild „Leiser Aufbruch“ gemalt: kein hartes Abschneiden vom Alten, sondern ein sanftes Sich-Lösen – einzelne Blüten und Blätter, die sich vom dichteren Strauch lösen und in einen offeneren Raum hinausschweben, während die Wurzeln sichtbar bleiben.

Ein Lächeln am Zoll

Als wir ankamen, ging es direkt zum Zoll. Ich wartete mit angehaltenem Atem – nach allem, was ich über Formulare und Fristen schon geahnt hatte, erwartete ich auch hier etwas Kompliziertes. Der Zöllner vor uns kontrollierte jede Person einzeln, es fühlte sich an wie eine Ewigkeit. Aber als wir dran waren, ging es überraschend schnell: ein kurzer Blick, eine Frage, ein Winken – und wir waren durch.

In Dänemark angekommen

Ein paar Meter weiter waren wir angekommen. In Dänemark – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, auch wenn Schweden noch vor uns lag. Es war so ein herrliches Gefühl – dieses leise „Wir haben es geschafft“, das man nicht laut sagen muss, um es zu spüren.

Das ist Teil 3 meiner Serie über den Weg von der Schweiz nach Schweden. In Teil 4 erzähle ich von der Ankunft in Schweden.

Bild: „Leiser Aufbruch“, April 2026 – eigenes Werk

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