Warum ich die Schweiz verlassen habe

Teil 1 meiner Geschichte

Es begann nicht mit einem Plan. Es begann mit einem Körper, der nicht mehr mitmachen wollte.

2020 hatte ich eine Bandscheiben-Operation. Dabei wurden Nerven verletzt – und was folgte, waren chronische Schmerzen. So stark, dass ich starke Schmerzmittel brauchte, nur um überhaupt durch den Tag zu kommen. Schmerzen, die nicht einfach wieder verschwanden, sondern zu einem ständigen Begleiter wurden.

Wenn der Körper „Stopp“ sagt und man trotzdem weitermacht

Das Schwierigste war nicht einmal der Schmerz selbst. Es war, dass ich lange nicht wirklich auf meinen Körper gehört habe. Ich dachte, ich müsse funktionieren. Im Job gut performen, weitermachen, nicht schlappmachen. Der Job war eigentlich okay – nicht schlecht, nicht toxisch, einfach ein normaler Job. Aber er war stressig genug, dass am Ende des Tages kaum noch etwas übrig blieb. Nicht für meine Familie. Und ehrlich gesagt auch nicht für mich selbst.

Ich glaube, viele kennen dieses Gefühl: Man funktioniert so lange, bis man vergisst, dass man auch anders könnte. Man hält durch, weil man es immer so gemacht hat. Bis der Körper irgendwann lauter wird als der Kopf.

Der leise Moment der Entscheidung

Irgendwann wurde mir klar: Ich brauchte nicht noch mehr Disziplin. Nicht noch mehr Durchhaltevermögen. Ich brauchte etwas ganz anderes – Ruhe. Und Raum, um herauszufinden, wer ich eigentlich bin, wenn ich nicht ständig funktionieren muss.

Das war kein dramatischer Wendepunkt, kein einzelner Tag, an dem alles klar wurde. Es war eher ein leiser, allmählicher Gedanke, der sich immer wieder meldete – bis er zu laut wurde, um ihn zu ignorieren.

Und aus diesem leisen Gedanken wurde am Ende eine Entscheidung, die mein ganzes Leben verändert hat: der Schritt von der Schweiz nach Schweden.

Was das mit meiner Kunst zu tun hat

Rückblickend war genau diese Zeit auch der Anfang von etwas anderem – dem Bedürfnis, Dinge auszudrücken, für die ich keine Worte hatte. Das Bild, das diesen Beitrag begleitet, „Sehnsucht & Selbstbestimmung“, ist genau in dieser Phase entstanden. Es war mein eigener Weg, das zu verarbeiten, was in Worten kaum zu fassen war.

Heute mache ich genau das für andere Menschen – ich übersetze Geschichten, Gefühle und Übergänge in Energiebilder. Diese Erfahrung war der Anfang davon.

Das ist Teil 1 einer kleinen Serie über meinen Weg von der Schweiz nach Schweden. In Teil 2 erzähle ich von den Hürden, die ich unterschätzt habe – und die vielleicht nicht die waren, die man erwarten würde.

Bild: „Sehnsucht & Selbstbestimmung“, Dezember 2025 – eigenes Werk

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